Teil 21 der Tischgespräche mit Judika und Eilert

Shownotes

Judika Bartels und Eilert Bartels sind nicht nur Paar- und Sexualtherapeut*in, sondern auch seit über 37 Jahren ein Paar. Was uns in all diesen Jahren berührt, bewegt, aufgerüttelt, uns auseinanderleben und wieder zusammenfinden lassen hat, darüber sprechen wir in hier.

Die heutige Folge unserer Tischgespräche über 37 Jahre Beziehung geht tief rein. Das Jahr 2011 hat intensive Prozesse in Gang gesetzt, die uns viel über uns haben erkennen lassen.

Wir sprechen darüber, wie das Buch eines bekannten Paar- und Sexualtherapeuten uns einerseits wertvolle Impulse gab, aber andererseits auch Druck und Erschöpfung bei uns ausgelöst hat. Der Druck, für das Wohlergehen des anderen verantwortlich zu sein, hat auf Dauer zu Rückzug auf der einen Seite geführt, und auf der anderen Seite zum dringenden Bedürfnis, einmal alle Verantwortung loslassen zu dürfen.

Erst die Erschütterung eines Beinahe-Fremdgehens hat uns einen tiefen Blick in dahinterliegende biografische Prägungen eröffnet, der heilsame Prozesse auf beiden Seiten in Gang gebracht hat.

Ihr findet uns auch hier:

https://www.beziehungsperspektive.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo, hallo aus der Beziehungsperspektive mit Judika und Eilat.

00:00:08: Ja nachdem wir in der letzten Folge über unseren Neustart könnte man sagen nach anderthalb Jahren Pause gesprungen haben wollen wir unseren alten Tonus wieder aufnehmen und abwechselnd unsere Tischgespräche fortführen indem wir ja für ihr durch unsere Beziehungen gehen Im Wechsel mit Beziehungsthemen, die uns manchmal einfach in unserer Praxis über die Füße laufen oder vor die Füsse laufen.

00:00:43: Manchmal auch über die füße.

00:00:45: Ja das kommt

00:00:46: vor!

00:00:48: Genau und heute würden wir mal mit den Tischgesprächen weitermachen.

00:00:56: Das Setting hat sich ein bisschen geändert.

00:00:57: Wir

00:00:58: sitzen hier auf einem Sofa

00:01:00: Genau.

00:01:01: Und

00:01:03: es ist jetzt eher ein Sofa-Gespräch vielleicht, aber wir haben auch einen Tisch und insofern ist das eigentlich doch ein Tischgespräch.

00:01:10: Ja, ein kleines Tisch vor uns auf dem die Gläser stehen.

00:01:14: Genau!

00:01:15: Und ansonsten sitzen wir nicht mehr in unserem Küchentisch sondern im Studio unserer Sohnes.

00:01:19: Genau.

00:01:21: Wir einfach gute Bedingungen hat.

00:01:24: Heute würden wir das Jahr Nach dem, also das letzte Tischgespräch anderthalb Jahre her ist ungefähr.

00:01:35: Ja bedingt durch die Pause, die wir hatten mit Sanierung und so weiter und sofort der Praxis.

00:01:40: Genau weil jetzt ist es einfach wieder soweit dass wir ja auch wieder die alte Folge nochmal angehört haben.

00:01:47: Haben wir auch nach Autofahrt gemacht im Urlaub?

00:01:51: Die letzte Folge war rund um das Jahr Da hatten wir ja im Jahr- und Jahrzehntejahr.

00:02:02: Über den Jahreswechsel hatten wir unsere erste Paartherapie, davon haben wir erzielt.

00:02:07: Ja,

00:02:07: in dem Jahr-und Jahrzehn war dann schon die nächste Paar-Therapie.

00:02:16: Das ging im Jahrzehr im Herbst, glaube ich los, vermute ich.

00:02:24: Ich glaube es war auf jeden Fall schon im Jahr.

00:02:29: Ein

00:02:31: halbes Jahr später ungefähr, ne?

00:02:32: Genau.

00:02:34: Und also das heißt, es war die dann schon im Gange.

00:02:40: Ja

00:02:41: und wenn ich da... Ich bin nämlich schon dabei anzusteigen.

00:02:45: ist das okay?

00:02:45: Ja natürlich.

00:02:46: Wenn ich dir noch mal kurz überleg was in der letzten Folge so war mit der ersten Bartherapie die Genoseksitzung gedauert hat und dann hatte die Therapeuten gesagt, so ich glaube ihr konnt jetzt alleine weiter.

00:03:01: Dann haben wir das gemacht und... Ich hab mich aber ziemlich ins kalte Wasser geworfen gefühlt.

00:03:09: Es sind wichtige Entwicklungen in der Zeit gewesen, in Richtung eigenständiger werden.

00:03:17: Wir sprachen beim letzten Mal davon dass ich da erstmal lernen muss oder durfte mich am ihr selbst festhalten und dich nicht in die Verantwortung schon beim Wohlergehen zu nehmen.

00:03:33: Ich würde mal sagen, das hat teilweise ganz gut geklappt und hat aber halt im Laufe des Jahres dann auch wieder zu einem Einfrieren geführt.

00:03:43: also ich glaube tatsächlich auch so ein bisschen weil dieses mich an mir selbst fest halten ist noch ein bisschen Lapidats zu einer gehörigen Portion zusammengekniffener Arschbacken geführt hat und damit halt tatsächlich zu einem irgendwie an Beweglichkeit verlieren.

00:04:06: Ja ich glaube auch, also auch bei mir war das so und ich hatte es bei dir so wahrgenommen wie dass es irgendwann kollabiert ist.

00:04:15: Also sozusagen dieses Festhalten festhalten fest halten nicht muss mich auch in mir festhalten.

00:04:20: ich darf jetzt nicht zu dir kommen und sagen wir unglaublich eigentlich bin wie schlecht es mir eigentlich geht und das darf auch gar keinen Fall an dir liegen.

00:04:30: Es muss mich an mir selber festhalten, denn irgendwann dazu geführt hat dass du kollabiert bist und das Gefühl hatte ich kann mich daran nicht mehr halten an diesen Festheiten.

00:04:44: also

00:04:45: ich rutsche ab

00:04:47: beziehungsweise hat das Kollabieren auch einen Anlass gehabt

00:04:51: oder

00:04:56: Kollabiere eingeleitet hat oder... Also wir haben Ende Jahrzehnte, irgendwann im Herbst waren wir an einem Punkt wo wir gesagt haben das wäre wahrscheinlich doch noch mal gut nochmal versucht zu machen mit einer Part der AlPi.

00:05:12: Ich glaube beim ersten Mal kam das von mir der Impolt, beim zweiten Mal kam er von dir dass du sagst das wollen wir das nicht

00:05:20: machen.

00:05:20: Ja genau ich glaube wir hatten da letztes mal auch schonmal so Du hast so ganz leise angeschnitten.

00:05:28: Das ging ja darum, dass du währenddessen dieses Buch gelesen hast von dem David Schneig und ich habe... Du hattest mir das dann geschenkt?

00:05:38: Und ich hab' es auch gelesen.

00:05:40: also ich hab jedenfalls da ganz viel drin gelesen und war erstmal so ganz euphorisch und hatte das Gefühl, ohja!

00:05:47: Das ist genau der Weg und genau dieses Differenzierungsmodell von dem man da spricht, das ist genau Und da will ich hin und genau unabhängig werden endlich.

00:06:01: Das sind Abhängigkeiten, so fühlt sich das an.

00:06:05: Ich habe jede Menge gelernt dadurch, bin dann irgendwann an eine Grenze gestoßen also an meiner eigenen Grenze Also wo es darum ging wie in diesem Buch beschrieben wurde wie selbst Frauen die das Gefühl hatten völlig verkorkst zu sein.

00:06:28: Das war ja auch der Ausdruck, den er da verwendet hatte.

00:06:32: also in dem Fall was eine Frau die da beschrieben hat dass sie sich völlig verkarkst fühlt weil eben ihr Verlangen sexuelles Verlang einfach viel geringer ist und sie auch gar nicht das Gefühl hat dass Sie das irgendwie jemals ändern kann und dass da einfach Ängste sind Sie eigentlich sich wünscht, sehr viel zugänglicher zu sein aber irgendwie da keinen Weg sieht.

00:07:01: Ich habe mich sehr identifiziert mit ihr und dachte erst noch das ist ja schön dass da genau sowas beschrieben wird und vielleicht kriege ich dann eine Möglichkeit aufgezeigt sozusagen wie ich da endlich aus diesem Dilemma rauskomme und aus dieser diesem eigenen Versagensgefühl.

00:07:24: Dann war das tatsächlich so, dass im Laufe dieses Beschreibens, also immer wenn es um Falldarstellungen ging eigentlich sich alles positiv entwickelte.

00:07:37: Und dann gab's auch Paare die vorher absolute Schwierigkeiten hatten überhaupt noch miteinander zu schlafen oder irgendwann Jahre dazwischen waren, dass sie das letzte Mal miteinander geschlafen haben die dann wieder zueinandergefunden sind und dann also fast jeden Tag miteinander geschlafen haben.

00:07:58: Also es war dann so für mich dieses Gefühl, ja so kann's werden!

00:08:05: Es kann sich sozusagen um hundert- ochzig Grad ändern – das ist möglich.

00:08:11: Und ich merkte in der Zeit während ich das Buch gelesen habe dass sich das bei mir nicht um hundred-ochzig Grad ändert sondern dass ich immer noch unter diesen Ängsten leide dass ich immer noch das Gefühl habe, eigentlich hab' ich komplett versagt und sich immer noch mehr nicht getraut habe komme ich über diesen Punkt hinweg.

00:08:35: Bin ich irgendwann sozusagen eine normal sexuell aktive Frau oder wird es einfach nichts?

00:08:43: Und diese Zweifel beschlechen mich dann irgendwann immer mehr und immer mehr.

00:08:51: Also entweder komme ich da jetzt hin oder ich bin eben die goldene Ausnahme.

00:08:56: Oder auch die nicht-goldende.

00:09:01: Und dann hat dieses tolle Buch von David Schneig, von dem ich wirklich überzeugt war leider bei mir nicht geholfen.

00:09:11: Das ist so ein bisschen das perfide an solchen Büchern Die paar Therapeuten und paar Therapeutinnen der gerne schreiben um ihren Ansatz zu bewerben, zu verkaufen.

00:09:24: Dass da natürlich lauter Erfolgsgeschichten drinstehen, erfolgs- geschichtenden Anführungszeichen weil ich tatsächlich so mittlerweile sagen würde einfach jetzt auch aus sieben, dreißig Jahren Besicherungserfahrung.

00:09:40: das Leben ist der Ende geschrieben wenn wir in die Kiste steigen und nicht vorher.

00:09:44: also es können sich in der Zeit Dinge öffnen um wieder verschließen Also, um uns wieder aufs Neue eröffnen und es verändert sich jedes Mal ein bisschen.

00:09:56: Aber das ist mir mittlerweile wirklich sehr deutlich geworden.

00:09:59: Das sagen ja auch viele, dass lebensfähige Spiralförmig verlaufen.

00:10:05: Das heißt wir kommen halt immer wieder an unseren selben Baustellen vorbei.

00:10:11: Nur sehen wir unsere Baustehen jedes mal aus einer neuen Perspektive so Und irgendwann haben wir einen ganz guten Überblick über unsere Baustellen und Ladschuhe nicht mehr so mittendurch, das sind überfordert.

00:10:22: Sondern finden einen Umgang damit weil man von oben drauf gucken kann.

00:10:27: Das fehlt manchmal an solchen Büchern.

00:10:29: da ist dann halt irgendwie ja paar x-Uptillern war ein Jahr bei mir und dann kriegt es sowas Disney hafte.

00:10:37: So sie lebten glücklich bis in der Lebensende.

00:10:39: aber was das bedeutet?

00:10:43: Da steht er ja nicht mehr.

00:10:45: Ja genau.

00:10:46: Und ich weiß noch, dass die Psychologie der sexuellen Leidenschaft war das Jahr von David Schneisch.

00:10:55: Ich finde das Buch auch heute noch gut viel besser als das was danach kam.

00:11:00: Andere sehen das anders.

00:11:01: für mich bleibt dabei weil dieses Gedankenmodell der Differenzierung also halt an immer mehr für sich und die eigenen Bedürfnisse einstehen, darin eigenständig werden und sich nicht zum vermeintlichen Grundsten der Beziehung selber wieder zusammenfalten und klein machen.

00:11:26: Das ist ja jetzt mal so aus der Lamingue das Konzept der Differenzierung, worum es da eigentlich geht.

00:11:34: Das leuchtet mir bis heute total allen.

00:11:38: Und ich habe mich damals sehr darum bemüht.

00:11:41: und es gab aber noch einen zweiten Ansatz.

00:11:45: Da taucht ja noch ein zweites Ding auf, was in dem Folgebuch Intimität im Verlangen sehr ausweizt und fast zum Naturgesetz macht das mit dem stärkeren und dem geringeren Verlanger.

00:12:00: Und er sagt halt es ist naturgemäß so dass derjenige mit dem gringeren Verlang über die Sexualität in der Beziehung bestimmt.

00:12:10: und da hast du ja, erinnere ich mich zumindest sehr daran umgeknabbert dass dir da quasi diese Verantwortung zugeschoben wird und ihr seht es tatsächlich aber auch ein bisschen anders als er es dargestellt hat, weil daher immer noch zwei dazugehören.

00:12:28: Also auch wenn ich derjenige mit dem Sexuell-Hören verlangen war ist das ja die Frage wie abhängig mache ich mich davon?

00:12:38: Und das war ja auch ein wichtiger Entwicklungsweg für mich dann später.

00:12:45: Das war, glaube ich, aus einer Abhängigkeit.

00:12:54: Meine Sexualität vom gemeinsamen Erleben mit dir abhängt wieder wirklich zu mir zu holen und zu gucken was macht denn mich mit meiner Sexualität aus?

00:13:04: Also eine Zeit wo das Thema Solo Sex für mich eine ganz große Bedeutung bekam Das erforschen damit, mir meinen gesamten Körper wieder zurückzuholen.

00:13:14: Ich will das jetzt aber gar nicht so ausfalten weil für mich ein anderer Aspekt gerade wichtiger ist.

00:13:22: ich will nur nochmal einmal ganz kurz auf diese also wie ich dann reagiert habe auch dieses was der Schneider gesagt hat Weil das für mich eine große Rolle spielte Also das spielten wir sozusagen in mein Muster rein also nämlich irgendwie das Gefühl zu haben muss die Verantwortung für unsere gemeinsame Sexualität übernehmen.

00:13:46: Also es war eben nicht so, dass ich hätte für mich auch einfach mit Selbstbewusstsein sagen können, ja gut dann bin ich eben weniger sexuell als du und das ist nun mal so.

00:13:56: Ich bin so gelagert.

00:13:58: So nimmst hin so ungefähr.

00:14:00: Das hätte ich ja niemals sagen können sondern ich hatte ja immer das Gefühl mit mir stimmt was nicht?

00:14:06: und dann muss ich natürlich erst recht die Verantwortung übernehmen.

00:14:10: dann muss ich natürlich erst recht sagen, ja da muss ich was ändern und es kann ja nicht sein dass sich dich sozusagen wie so ein Fuchs sozusagen hinter der Möhre das immer mit der Mörewinke und dann musst du hinterher hechten oder so.

00:14:27: ne also so hat sich das für mich angefühlt.

00:14:30: Oder dass ich eben sozusagen eigentlich eben echt das Seil in der Hand habe worauf wir eigentlich gerade balancieren Und das hat mich aber so einen enormen unter Druck gesetzt, dass eben dadurch erst recht nicht Entspannung einträgen konnte.

00:14:50: Sondern dann nochmal der Druck sich um vielfaches erhöht hat und ich das Gefühl hatte ja jetzt muss ich auch noch gucken, dass ich hier wirklich... Dass ich mal nicht umkrempel,

00:15:02: dass

00:15:03: Da muss irgendwas anderes her.

00:15:09: Ich muss irgendwie ein anderes Drehbuch in die Hand kriegen und das Ganze dann irgendwie neu drehen.

00:15:15: Aber wie furchtbar!

00:15:17: Also es wäre ich ein bisschen übertrieben, aber es ging so in die Richtung.

00:15:22: Und also das wollte ich noch sagen dazu was das eben so erschwert hat.

00:15:27: Das passte eben auch zu dem wo ich dann auch an die Grenze kam und merkte irgendwie ja da das Buch für mich

00:15:37: hat

00:15:37: es absolut Grenzen gehabt.

00:15:38: Ja,

00:15:39: also das ist ja quasi von einer Rolle in die nächste geschubst zu werden wenn ich hier so zuhör.

00:15:47: Also wir sind ja nicht ohne Grund in unserer Entwicklung als Partei-Rapporten da nicht streng geblieben sondern haben den durchaus sinnvollen Ansatz der Differenzierung durchaus übernommen und haben was eigenes draussen entwickelt.

00:16:06: Das klingt in deiner Schilderung schon so ein bisschen an oder steht sozusagen im Schatten der Schilderin, was da alles an biografischem Prägerung einfach mitgründ ist.

00:16:18: Was eben halt nicht durch ein paar, sag ich jetzt mal, Labida-Besichtigungstipps mal eben geklärt ist sondern wo es viel tiefer drum geht zu verstehen und zu erkennen Wir bin ich denn in meinem Leben eigentlich geworden, von klein auf.

00:16:42: Und wie finde ich selbst und wie finden wir gemeinsam Gute sein mit unserem Gewordensein?

00:16:49: Ja genau das war ja so ein Begriff den du geprägt hattest.

00:16:53: Das Gewordensein...ja.

00:16:55: Und

00:16:55: was schnahe ich überhaupt nicht beachtete also der ist es

00:17:01: Ich weiß nicht, aber

00:17:03: wenig spielte für mich.

00:17:04: Es war ein bisschen schon, das stimmt.

00:17:06: Aber wenig im Hinblick auf.

00:17:09: wie kommt es da zu dieser Angst überhaupt?

00:17:12: Es war mehr dass es eben so ist und wie das dann zusammenpasst.

00:17:16: Es gab mehr irgendwie Punkte die dafür sprechen, dass das gerade in Schieflage ist... ...aber nicht so sehr wirklich.

00:17:26: was prägt mich denn, was macht mich denn aus?

00:17:29: Wie bin ich denn geworden?

00:17:33: Ich weiß noch, dass ich in der Zeit tatsächlich sehr drum bemüht war, in die Differenzierung zu gehen.

00:17:42: Was erst mal daraus bestand mir drüber bewusst zu werden an welchen Punkten ich mich in welcher Form abhängig gemacht habe und da versucht hab im eine Eigenständigkeit zu kommen also in die Fähigkeit auch alleine zu stehen ohne mich sozusagen auf die Art zu stützen.

00:18:04: Das hat bis zu einen gewissen Punkt gut funktioniert und hatte aber tatsächlich an dem Punkt Grenzen, als ich natürlich immer trotzdem so zu dir rüber geschieht habe.

00:18:15: was entwickelt sich bei dir?

00:18:18: Und in unserer zweiten Part der Alpie erinnere ich mich daran dass unser Therapeuten mal uns so ein Setting vorgeschlagen hat uns gegenüberzusetzen in die Augen zu gucken Und dann im Grunde genommen so was wie ein Zwiegespräch zu führen.

00:18:35: Dabei kann man den Augenkontakt bleiben und ich hatte dann gesagt, Ich fühle mich wie so eine Vase oder wie so ein Gefäß.

00:18:48: Und ich stehe in dem Grunde mit offenen Armen da, wie so ne Vase und du hast sich glaube ich wie ne Katze gefühlt?

00:18:58: Oder irgendwie war Mein Gefühl, ich bin da wie so eine Schale die eigentlich einladend darauf wartet dass die Katze Vertrauen fasst und sich in der Schale gemütlich macht.

00:19:16: Und das war... Ich habe das wirklich noch eine gute Erinnerung wie Unser-Therapeutin.

00:19:24: also wir saßen ja ineinander gegenüber.

00:19:25: er war sozusagen da beobachter von außen im Satz rein und er sagte irgendwie sowas wie, das ist ja eine merkwürdige Schale.

00:19:35: Eine Schale mit Erwartungen!

00:19:41: Und ich musste wirklich schlucken weil halt irgendwie klar war so ne Schale Mit Erwartung ist was beängstigendes.

00:19:51: also nichts wo... Also jemand der so tut als wäre ein Gegenstand und wär völlig erwartungsfrei Aber doch eine Erwartung spürbar ist.

00:20:02: Und ich hatte gleichzeitig aber halt das Gefühl, weil ich ja deine Not gespürt habe und du auch darüber gesprochen hast, hatte ich so das Gefühl okay, ich darf dich jetzt um Gottes willen nicht mit Bedürfnissen oder Wünschen belemmern sondern ich muss mich brav an mir selbst festhalten darf von dir nichts wollen und muss sozusagen so viel vertrauensvollen Rahmen, darum die Schale schaffen, dass du dich irgendwann entspannen und mir annähern kannst.

00:20:40: Und dabei komplett bewegungslos sein?

00:20:44: Und damit komplette Bewegungslosigkeit erstarrt.

00:20:46: denn ja... Genau!

00:20:47: Also das war ja die Schala.

00:20:48: ne genau also der ist ja überhaupt nicht gut ging eigentlich weil sie da festge Taka hat am Boden war und sich ja nicht hätte Richtung Katze bewegen können.

00:21:03: Die war ja darauf angewiesen, dass die Katze kommt um sich in sie hineinlegt.

00:21:12: Und damit war eigentlich die Dynamik die alte geblieben

00:21:15: ist?

00:21:16: Und es war eben genau das was dann immer passiert ist, dass ich den Erwartungen aber nicht entsprechen konnte oder nicht entsprechend entsprochen habe um mich dann nicht reingelegt habe als Katze, sondern ich bin irgendwie in irgendeine Ecke gegangen und hab' mich da zusammengereut.

00:21:35: Und hab gedacht, ich muss hier für mich alleine

00:21:40: sein.".

00:21:40: Ja... Also was auch traurig war, aber das sind die Momente der Wahrheit entsprach also meiner Wahrheit ins Sprach.

00:21:53: Was wiederum was ist?

00:21:54: Was ich dir immer hoch angerechnet hat und bis heute hoch anrechnen, dass du dass du dich selber nicht übergangen hast, dass du nicht wieder deine Wahrheit dich auf irgendwas eingelassen hast.

00:22:08: Also das sich auch nie auf Sex mit mir eingelasten, wenn es keine Stimmigkeit hatte.

00:22:14: Ich glaube damit hast du uns einiges an Schmerz und Verbitterung erspart.

00:22:23: Und ich glaube, das war alles noch so Ende Jahrzehnte, weil ich meine, es wäre früh ... im Jahr zehnt und elf gewesen, dass es zu dem kam was ich jetzt erzählen will.

00:22:37: Und zwar war damals noch in einem anderen Beruf unterwegs als Klavierbauer... ...und hatte eine Kundin mit der ich ab und zu wenn sie mal einen Auftrag für mich hatte ein bisschen länger telefoniert habe.

00:22:56: Manchmal hast du auch die Aufträge angenommen dass sie sich mit ihr auch ganz gut verstanden.

00:23:03: Irgendwann war die auch mal, als wir hier im Haus eine Party hatten... ...war sie dann irgendwie auch mal da und ich hatte mich bei der Gelegenheit mit ihr mal auf den Kaffee trinken verabredet.

00:23:20: Das war glaube ich genau das Mal wo Sie irgendwie mich, also wo sie gesagt hat oh das ist toll dass du den High-Praktikerschein hast und ich gratuliere dir ganz herzlich.

00:23:31: Und ah und jetzt kannst du dich selbstständig werden, ah das war doch dein Wunsch.

00:23:35: oder habe ich so verstanden?

00:23:37: Wir haben uns richtig gut unterhalten.

00:23:39: Ja.

00:23:40: Mach's dann.

00:23:42: Naja und da bin ich in der Situation reingerutscht, dass Kaffee trinken und Anführzeichen war für achtzehn Uhr, glaube ich anberaumt bei ihr und dann empfingen sie mich mit Geith Dahl im Hintergrund.

00:24:03: So sage ich die Klaviermusik, bot mir Rotwein an und ich so erst mal ein Tee bitte.

00:24:09: Und es war also

00:24:11: eine Mischung

00:24:12: aus so halbbewusst an worauf das hinausläuft und gleichzeitig aber naiv sein wollen und nicht wissen worauf es hinausläuft.

00:24:22: Da war ich also da, aus dem vermeintlichen Kaffee trinken.

00:24:27: Wurde eine ziemlich wehle Knutscherei bis zu einem bestimmten Punkt der sich für mich nicht mehr stimmig anfühlt.

00:24:36: Das war schon relativ spät am Abend wo ich dann gesagt habe ich lass uns ja in den Abend hier rausklingen und würde jetzt gerne nach Hause fahren.

00:24:48: Ich war dann so halb eins in der Nacht zur Hose ungefähr Irgendwie so.

00:24:54: So kurz nach Mitternacht glaube ich

00:24:57: und

00:24:59: bin dann ins Schlafzimmer gekommen, du warst gerade wach Du warst zu der Zeit oft um die Zeit noch mal wach.

00:25:08: Also ich

00:25:10: hatte schon ein bisschen geschlafen.

00:25:11: Das kam oft vor in der Zeit, dass du irgendwie nach dem Anhängigen schlafen nochmal ein bisschen wach warst.

00:25:18: Und so war es an dem Abend auch und du sagst Na wie war's denn?

00:25:24: Und ich dachte, ja war schön.

00:25:26: Aber wir haben fast miteinander geschlafen.

00:25:32: und nun muss ich vielleicht noch mal dazusagen bei der jetzt zwischen der letzten und vorletzten Folge und die, die es mal über anderthalb Jahre her sind.

00:25:43: Wir hatten da im Jahr zwei Tausend neun Mal aus einer Radlosigkeit heraus unsere Beziehungen geöffnet und hatten das aber zu dem Zeitpunkt noch ein Kanzlerweise umgesetzt.

00:25:57: Aber wir haben diesen Status der offenen Missingung auch nie vom Mal wieder zurückgenommen.

00:26:02: Und ich hatte ihn durchaus auf den Schirm und das war echt schwer dadurch.

00:26:07: Ich habe das aber heute in aller Ehrlichkeit gesagt, wie es war.

00:26:11: Ich glaube an dieser Stelle erzählst du am besten erstmal weiter?

00:26:14: Ja vielleicht.

00:26:15: Heutzutage wäre das für mich alles gar kein Problem mehr.

00:26:24: Ich kann es immer noch nicht ganz genau sagen, das war auf jeden Fall in dem Moment wie der absolute Schmerz.

00:26:31: Das lag einmal daran dass mir das offenbart wurde, dass das jetzt so gewesen ist und ich das überhaupt nicht absehen konnte also ich keine Ahnung null Ahnung hatte und dann in den Moment tausend Dinge abliefen unter

00:26:48: anderem

00:26:50: Wie gut ich mich unterhalten habe mit ihr, was ich zwei Tage vorher oder so.

00:26:55: Du dich mit ihr unterhalten hast?

00:26:56: Ja auch nicht

00:26:57: mit ihr und da so dieses So, ah!

00:27:00: Ich freue mich so für Dich dass du jetzt Dein Weg gehst.

00:27:04: und so wie schön.

00:27:05: und auf einmal hab' ich nur gedacht Was für eine falsche Schlange.

00:27:10: Also ich glaube Ihr kein Wort mehr und ich habe mich da in einer Überweise drauf eingelassen.

00:27:17: Es hat einen unglaublichen Riss in meinem Herzen gegeben.

00:27:23: Du bist dann zwischendurch noch mal runtergegangen, glaube ich.

00:27:27: Ich weiß nicht warum.

00:27:28: Auf jeden Fall habe ich mich wirklich echt gequält und dachte die ganze Zeit daran eigentlich muss sich das akzeptieren.

00:27:42: Das muss ich jetzt verarbeiten.

00:27:47: Wir haben das festgelegt, wir haben uns gesagt, wir sind... ...wir haben eine offene Beziehung.

00:27:53: Das muss ja jetzt eigentlich möglich sein und hab schon irgendwie gedacht so wahrscheinlich stelle ich mich einfach nur an und also ich habe mich selbst gequält, ich hab mich auch gegesselt, ich habe alles und dabei habe ich gedacht Ich sterbe!

00:28:07: Also es war wirklich furchtbar.

00:28:10: Also ich habe mir einfach noch gedacht, dass es tut so weh, ich kann's nicht ändern Ich weiß nicht, wie ich dagegen angehen soll.

00:28:19: Und dann war es Gott sei Dank so, du kamst wieder und ich war mal noch in diesem Selbstquellen drin... ...und dann habe ich gesagt, das tut so weh!

00:28:30: Ich kann's nicht ändern!

00:28:31: Ich hab versucht, dass irgendwie... Wir haben das ja vereinbart und ich hab das versucht irgendwie... irgendwie gut zu finden.

00:28:45: Obwohl du tatsächlich als wir es vereinbart hatten gesagt, dass ich kann ja nicht sagen wie es dann sein wird wenn's mal passiert?

00:28:53: Ja

00:28:53: na klar!

00:28:55: Das müssen wir dann sehen.

00:28:56: also...

00:28:57: Also ich konnte es einfach in dem Moment nicht mehr so sehen.

00:29:01: Ich hatte das Gefühl ich muss das jetzt eigentlich akzeptieren.

00:29:04: Es ist auch so ein Muster von mir gewesen Wenn ich einmal A gesagt habe, dann musst du auch B kommen.

00:29:12: Es geht gar nicht anders und ich hab es dir erzählt und du hast sofort angefangen zu weinen.

00:29:22: Du hast gesagt, nein das musst du überhaupt nicht.

00:29:25: Du musst das nicht akzeptieren.

00:29:27: Ich verstehe das doch und das hat mir total geholfen.

00:29:31: Also, dass du mich da verstanden hast in dem Moment.

00:29:34: Dass du nicht gesagt hast naja komm.

00:29:35: also so stimmt war das jetzt nicht und wir haben ja auch nicht miteinander geschlafen.

00:29:39: was solls denn?

00:29:41: Sondern dass du gesagt hast du ich versteh das so natürlich darf es dir wehtun

00:29:45: und

00:29:47: also wir waren in dem moment sogar irgendwie total verbunden miteinander Und dann kam irgendwie nur irgendwann nochmal der nächste Stich, als du dann gesagt hast ja ich habe versucht.

00:30:00: Ich hab gemerkt dass das zwar für mich irgendwann nicht mehr ging aber so in dem Moment war es natürlich irgendwie ganz toll sich auch mal anlehnen zu können und jemandem zu haben, der da einfach stark ist.

00:30:13: Also da würde ich kann man nehmen weil das ist jetzt wieder mein Part An dieser Stelle tatsächlich also kannst gerne direkt wird übernehmen.

00:30:24: Aber es war tatsächlich so, dass das mich deine Reaktion total berührt hat und erschüttert hat nicht überrascht hat aber halt einfach berührt und erschüttert weswegen ich ja dann auch angefangen habe zu weinen mir die Frage gestellt hab wie ist es eigentlich dazu gekommen?

00:30:48: Und dann halt die Antwort fand und ihr auch gesagt habt Ich hatte einfach mal das Bedürfnis alle Verantwortung fein lassen zu können.

00:30:57: Ja, genau.

00:30:59: Darum ist das was wir eben erzählt haben so mit dem ich muss mich an mir selbst festhalten und wird nur größt.

00:31:06: jetzt erst so richtig klar merke ich wie die Vorgeschichte damit rein fehlt weil es gab ja auch ganz viele andere Ebenen wo ich das Gefühl hatte für alles mögliche verantwortlich zu seinem Alltag usw.

00:31:23: Da sagte ich eben halt, ich hatte einmal aus Bedürfnis alle Verantwortung fallen lassen zu dürfen und bei dir hat das noch mal ein Stich ausgelöst.

00:31:36: Genau,

00:31:36: das kann ich jetzt wieder erzählen.

00:31:38: Ich glaube da müssen wir gerade ein bisschen Ping-Pong spielen.

00:31:41: Ich sage es grad den Ansatz nochmal, den ich in Erinnerung hab von dir.

00:31:46: deine Frage ja warum kannst du das denn aber nicht beim Meer?

00:31:52: Und der Satz hat einen massiven Prozess in mir entlang gesetzt.

00:31:56: Also

00:32:00: dieser Stich war eben genau das, nämlich dass ich das Gefühl hatte, okay, genau das ist nun wirklich... also es war so mein Gefühl, genauso das ist das... auf emotionaler Ebene ist nun wirklich das mein Part gewesen oder so.

00:32:17: Das konnte ich nun wirklich, also so war jedenfalls mein Gefühl in dem Moment dich da zu stützen und zu sagen so, ey ich bin da.

00:32:28: Also vielleicht war es nicht ganz das was du in dem Moment meintest oder gebraucht hättest.

00:32:33: trotzdem war das ein totaler Stich weil ausgerechnet in dem Punkt du dann sagst dass ich wollte wenigstens einmal und das zusammengenommen also diese beiden also immer dieser Riss und an dieser Stich hat mich echt lange gelegt erst mal Genau.

00:32:51: Dann ist dieser Prozess losgegangen und war für mich auch unglaublich heilsam, genau wie ich es dazu weitererzählte.

00:33:00: Also noch meine Erinnerung hat sich wirklich nur sehr kurz lang gelegt weil oft da eine Frage worum kannst du das denn nicht bei mir?

00:33:10: Die Frage ging tatsächlich tief ins Herz.

00:33:14: Ich habe fürchterlich geweint und konnte tatsächlich Ich weiß gar nicht, wie spät wir es mittlerweile hatten.

00:33:23: Wir haben ja mehr oder weniger die Nacht.

00:33:24: Danach hat er noch vorbei.

00:33:27: Wir hatten am nächsten Morgen Termin bei der Partherapie.

00:33:30: Das weiß ich gar nicht geschlafen sogar.

00:33:33: Jedenfalls ...

00:33:35: Ich

00:33:36: weiß das gar nicht.

00:33:37: Ich hatte erst mal keine Antwort.

00:33:39: Ich glaube, ich habe einfach nur geweint und irgendwie waren wir uns in dem Moment so nahe glaube ich, eine ganze Weile auch einfach nur beim Wander gelegen haben und überhaupt erst mal wieder näher auf.

00:33:54: Also die war ja nie weg.

00:34:00: Aber spannend, man kann sich nahe sein und trotzdem ist es wie in der Mauer.

00:34:10: In diesem Fall war sie wirklich weg.

00:34:15: Ich weiß nicht.

00:34:15: am nächsten Morgen saß ich auf dem Beifahrersitz.

00:34:18: Es

00:34:19: war davor noch was, was ich noch zuteiligt

00:34:22: habe.

00:34:26: Was ganz wichtig war und bis heute superwichtig ist, ist dass ich dann irgendwann deinen kleinen Jungen gespürt habe.

00:34:36: Und der war entscheidend wichtig, superwichtig.

00:34:39: Meiner Wahrnehmung war das erst im Auto.

00:34:41: darum, wo ich das erzählen kann... Das war schon vor Nacht?

00:34:47: Ja Das war währenddessen, also du hast ganz viel geweint und während dieses Weins irgendwann nach einer halben Stunde oder so kam der kleinen Junge raus.

00:34:58: Und ich weiß nicht mehr genau ob ich ihn einfach gespürt habe und dir gesagt habe dass ich ihn endlich spüre und wie schön das ist diesen kleinen Jungen.

00:35:07: Dass ich dadurch irgendwie dich wirklich ganz spüre.

00:35:11: Ja!

00:35:11: Und das hat auch zur Heilung geführt.

00:35:14: Also in dem Moment war dieser Riss, der ist wirklich so zugewachsen.

00:35:21: Und ich konnte irgendwie dich auch wieder sehen.

00:35:24: du warst in dem moment dann nicht mehr sozusagen der Mann, der mich eigentlich getrogen hat.

00:35:30: also wenn ich das mal ganz hart sage

00:35:32: und auch nicht der Mann der eine Rolle spielt indem er damit irgendwie Verantwortung trägt für einen oder

00:35:37: so.

00:35:40: Sondern der kleine Junge mit seinen Bedürfnissen der endlich diese kleinen Bedürfnisse, also die nicht diese kleinen, diese großen Bedürfenisse irgendwie äußert und eben nicht irgendwie sagen naja gut ich hab ja die Verantwortung.

00:35:54: Also muss ich jetzt hier bei Bababa herum und so was irgendwie regeln sondern einfach gesagt ich wollte einfach nur und ich will eigentlich auch so gerne bei dir.

00:36:07: Ich brauche Geborgenheit und ich habe gesagt ja

00:36:12: und ich

00:36:13: gebe dir das so gerne so gerne.

00:36:18: Und auch mein kleines Mädchen kam dann

00:36:20: raus

00:36:22: und ich glaube das ging dann einfach am nächsten Tag noch weiter, deswegen als wir auf dem Beifahrersitz saßen können, glaubt bestimmt noch entscheidende Sätze genau kannst du gleich wieder übernehmen.

00:36:37: Ich glaube es ging vorher

00:36:38: schon los Wahrscheinlich ja und glaubt als Du dann gefahren bist Ich war einfach noch fix und fertig.

00:36:52: Und also ich glaube, dass auf dem Beifahrersitz auch der Fahrt zur Parttherapie ist, glaube ich, der Verstand zum bisschen hinterhergekommen und konnte es so ein bisschen einsortieren.

00:37:03: Also das war wirklich diese Frage, warum kannst du alle Verantwortung nicht auch bei mir veranlassen?

00:37:11: Die ist so tief reingegangen und ich bin dieser Spur von Verantwortung gefolgt auf der Suche, wovon übernehme ich eigentlich Verantwortung?

00:37:21: Wie lange eigentlich schon?

00:37:22: Und dieses wie lange eigentlich hat halt irgendwie bis in die Kindheit geführt.

00:37:28: Das ist wirklich eine Familien-Situation mit zwei depressiven Eltern, die sich unwahrscheinlich viel gestritten

00:37:35: haben und

00:37:38: fast nicht alles dran hängen, dass sie meine Mutter immer so an mir festgehalten hat.

00:37:45: Dieser furchtbare Satz von meiner Mutter, den sie immer sagte so ein Kind gibt auch viel Kraft.

00:37:53: Da steckte da ja alles mit Runden also wirklich halt drauf geprägt zu sein Verantwortung für alles und jeden Tragen zum Massen.

00:38:03: Und das tiefe Bedürfnis ist das einfach mal los zu lassen was wahrscheinlich bei der eigenen Beziehungspartnerin ohne dass zu verstehen was dahintersteckt so gar nicht ohne es weiteres möglich ist.

00:38:20: Ja, heute verstehe ich es auch mehr.

00:38:22: Heute weiß ich auch, dass das möglich ist aber das braucht halt das Bewusstsein.

00:38:26: Aber ich verstehe es auch noch mehr, dass es erst mal nicht möglich ist und das hat ja auch damit zu tun, dass wir natürlich uns kennengelernt haben in ganz jungen Jahren.

00:38:37: also das spielt ja auch eine Rolle.

00:38:39: Und das ist natürlich damals irgendwie... Also du hast alle andere Rolle für mich hattest und ich eine ganz andere Rolle die Voraussetzungen natürlich völlig anders sind, als wenn da irgendwie jemand neu in dein Leben kommt sozusagen und dir eine Ebene zeigt, die du einfach so natürlich noch nicht erlebt hast.

00:39:03: Aber für mich war eben dieser Schmerz so stark dass ich das fühlte sich an wie komplettes Abwenden.

00:39:13: also mein tiefstes Bedürfnis ist es nicht erfüllt worden bei dir.

00:39:18: Deswegen musste ich mich abwenden.

00:39:21: Also so... Das war der Schmerz, der dann wieder aufplöppte.

00:39:30: Was natürlich überhaupt nicht meine Absicht.

00:39:33: Ja, natürlich!

00:39:35: Ich wusste das ja auch alles.

00:39:40: komischerweise, also es hätte ja auch sein können dass ich jetzt einfach irgendwie einfach stinkwütend bin und zwar stinkwüttend auf dich und einfach sage ihr wie kannst du?

00:39:49: Und man kann sich da wohl zusammennehmen oder was weiß ich.

00:39:53: Das war es gar nicht sondern das war eigentlich... Es war einfach diese totale Enttäuschung von dieser Frau und eigentlich irgendwie dieses Gefühl Ich bin total intergangen worden von ihr.

00:40:09: Also ich hab dich da gar nicht in die Verantwortung genommen.

00:40:12: Und es ist auch immer noch eigentlich so, also ich habe viel drüber nachgedacht.

00:40:16: Es ist immer noch keine Wut irgendwie auf dich.

00:40:20: Ist immer noch eher wie Wut auf sie und... Auch die vergeht!

00:40:26: Also das ist jetzt gar nicht so doll aber trotzdem einfach.

00:40:30: dieser Schmerz ist... Also an den kann ich mich noch gut erinnern.

00:40:35: einfach Ja, und trotzdem war es natürlich ein wichtiger Moment.

00:40:42: Das

00:40:42: waren wahnsinnig wichtiger Momente.

00:40:44: Und ich muss sagen die Paartherapiestunde zu der wir dann hingefahren waren, die war an der Stelle so wie sie war tatsächlich wichtig nachdem unser Therapeut erstmal die Situation verstehen musste wie sie Also wirklich verstehen

00:41:03: musste.

00:41:04: Der hatte erst mal ganz andere Dinge verstanden

00:41:08: und ich glaube er musste sich erstmal von dem Beet lösen, dass du Wütten sein müsstest auf mich.

00:41:14: Genau

00:41:15: hat das gar nicht verstanden.

00:41:16: warum bin ich nicht wütend?

00:41:18: Ich habe ja nur wirklich einen Grund dazu.

00:41:20: aber nachdem er das verstanden hatte, dass mir da der Raum gegeben wurde wirklich der kleine Junge zu sein Das war ja von ihm dann auch nochmal an dich die ganz bewusste und wie ich finde, auch achtsame Frage.

00:41:41: Ist das für dich okay?

00:41:43: Und könntest du dir eventuell vorstellen aus der Rolle als Partnerin im Moment rauszugehen...

00:41:50: ...und die Rolle der Mutter einzunehmen.

00:41:54: Und das war für mich eher ganz schön.

00:41:57: also es war schön dass er mir die Frage gestellt hat noch so behutsam und so sagte.

00:42:04: Und es war für mich irgendwie wie eine Befreiung, sozusagen aus dieser Rolle der... Wie soll ich das erklären?

00:42:16: Aus dieser Rolle raus, also noch mehr rauszukommen, dass sich jetzt eigentlich sauer sein müsste oder dass ich die sitzen gelassene wäre oder so.

00:42:28: Ich wollte da gar nicht drin sein auch!

00:42:32: Und ich wollte vor allem den kleinen Jungen begegnen.

00:42:35: Ich wollte dem unbedingt begegnern und das ging als Mutter, also es ging v.a.

00:42:43: als Mutter.

00:42:44: Als gute Mutter ist die Mutter, die den eben mal sehen

00:42:50: kann.

00:42:53: Nun habe ich gerade aus fachlicher Sicht das Bedürfnis, das trotzdem nochmal einzuordnen, weil das tatsächlich ein wichtiger Punkt ist Beziehungen ja durchaus eine toxische Qualität haben kann.

00:43:12: So eine Eltern-Kind-Dynamik, Vaterkind oder Mutterkinddynamik wo wahrscheinlich bei ganz vielen Leuten zu Recht die Alarmglocken schreien.

00:43:23: auch diese Situation hätte das Potenzial gehabt, toxisch zu werden wenn es dabei geblieben wäre also wenn du sozusagen an der Stelle im weiteren Verlauf unserer Partnerschaft da den Kontakt zu mir darüber gefunden hättest, die Mutter für mich zu spielen.

00:43:42: Das wäre ja was ganz Furchtbares geworden.

00:43:44: Auf

00:43:45: jeden Fall!

00:43:46: Und darum ist mir das gerade jetzt aus fachlicher Sicht gerade nochmal wichtig, das einzuordnen dass wir im Laufe unserer Beziehung und im Laufer unserer Arbeit gemerkt haben oder verstanden haben, dass es einzelne Situationen geben kann wo sich einer von beiden aus was für Gründen auch immer gerade klein und bedürftig fühlt.

00:44:13: Und wenn das bewusst- und offen kommuniziert ist, so nach dem Motto Boah ich bin grad total verunsichert vom Leben, kannst du grad mal für einen Moment Mama oder Papa spielen und mir hier den Arm nehmen?

00:44:32: Dann hat das mit dieser toxischen Ebene nichts mehr zu tun, sondern ist eigentlich in dem

00:44:38: Moment

00:44:39: ein Dialog sehr auf Augenhöhe.

00:44:44: Und wenn das auf Augenhöhle geklärt ist dann kann man für einen Moment quasi im anheizamsten Rollenspiel übergehen.

00:44:52: Das ist nicht wirklich ein Rollenspiegel weil es ja lebendige Anteile sind aber die einfach einen klaren Rahmen haben... Komm her!

00:45:00: Ich nehme dich jetzt mal in den Arm.

00:45:05: Das ist mir gerade an der Stelle nochmal wichtig, vom fachlicher Seite einzuordnen.

00:45:13: Also ich finde das auch wichtig.

00:45:17: Ich glaube es muss aber noch nicht mal dabei sein kann zumal bitte Mama oder Papa spielen.

00:45:23: also das ist natürlich sozusagen hier die Einordnung selbst wenn das nicht kommt.

00:45:29: Aber wenn den Moment kommt... ich fühle mich grad verunsichert

00:45:32: und

00:45:33: bin grade auch eher klein.

00:45:35: Kannst du mich mal in den Arm legen.

00:45:36: Dann reicht das völlig

00:45:38: aus

00:45:39: und dann ist es auch klar, also ich meine Es geht ja immer darum dass einfach die Entwicklung transparent ist Also dass da eigentlich auch drüber gesprochen wird.

00:45:50: Das ist ja eher das Fatale daran Wenn ich dann irgendwie einfach sprachlos in eine Rolle eintauche Und komme nicht mehr raus, dann ist das toxisch.

00:46:01: Aber wenn einfach das Teil der lebendigen Beziehung sein kann, dass es immer wieder auch darum geht, dass ich tatsächlich in dem Moment diese Rolle übernehmen kann und dass klar ist, wo du dich klein fühlst gehe ich vielleicht in die eher Elternrolle.

00:46:25: oder übernimmt zumindest eine geborgene Rolle.

00:46:27: Es muss ja noch nicht mehr die älteren Rolle sein,

00:46:29: ne?

00:46:29: Muss nur mal die ältere Rolle sein.

00:46:31: Aber also wenn einfach klar ist dass das in dem Moment eine Möglichkeit ist um für den anderen da zu sein und es einfach auch gut geht und eben tatsächlich dieses krampfhaft ich muss mich an mir selber festhalten dann auch aufgelöst werden kann Das war ja die nächste Entwicklung, das ist eben dann nicht mehr dieses.

00:46:55: ich muss nur noch irgendwie gucken dass sich mich an mir selber festhalte.

00:46:59: Ansonsten tut es ja keiner und dann bin ich eben gleichzeitig klein und groß.

00:47:05: Dann bin ich auch beim Sex in der kleinen Rolle und da fängt's auch antoxisch zu werden.

00:47:14: Und was haben wir im Grunde genommen?

00:47:16: Alles so nach und nach erlebt und bearbeitet.

00:47:23: Ich fand jedenfalls im Nachhinein des Jahres, das Jahr, zwischendurch ungeheuer schmerzhaft und ungeher verstrickt auch.

00:47:35: Und hatte aber hinterher das Gefühl dass gegen Ende von Zwei Tausend Elf sich wirklich so viel wie nie zuvor wirklich geklärt und aufgelöst hat.

00:47:49: Ich fand das anfangs, weil da gab es noch mal eine richtige Erschütterung.

00:47:56: Das kann sein aber ja was war vielleicht die erste?

00:48:00: Also wir haben dann immer nochmal so Wellen gehabt.

00:48:05: Aber also alleine des was wir jetzt erzählt haben das war auf jeden Fall ne Erschüttierung die sich ja dann absolut heilend ausgewirkt hat.

00:48:16: Die hat etwas Wichtiges in Gang gesetzt.

00:48:20: wird man aber auch jetzt erst so richtig klar?

00:48:25: krass, dass einem fünfzehn Jahre später nochmal den Neu klaren werden, wenn man drüber spricht.

00:48:31: Mit Gefühlen mit mir selber also da spreche ich jetzt von mir.

00:48:36: Sobald du mit mir auch mit Gefühl hattest?

00:48:38: Das hatte ich ja

00:48:41: gut, das hattet ihr sowieso.

00:48:42: Hatte ich sowieso und auch du hättest es sowieso mir gegenüber Da spielt, glaube ich tatsächlich auch dieses... Ich nenne es ja immer Aktion aus den ersten Monaten unserer Beziehungen als wir uns so ausmeiten.

00:48:59: Wie es denn sein würde wenn wir lebenslang zusammen sind und uns irgendwie schon in den ersten Monaten unsere Beziehung da wurde.

00:49:09: früher oder später werden wir uns verletzen Und lass uns dann aber davon ausgehen dass das nicht in bösartiger zerstörerische Absicht passiert.

00:49:20: Und dieses Davon-Ausgehen, würde ich sagen hat mich im Herzen eigentlich immer offen gehalten zu spüren oder fühlen so wollen worum es bei dir eigentlich wirklich geht.

00:49:34: Also mich auch!

00:49:36: Ja also es stimmt Es war also so richtig gut gefühlt habe ich nicht tatsächlich dann erst also zu Weihnachten.

00:49:50: Das weiß ich noch, dass sich da dachte, jetzt haben wir wirklich einen Riesenweg durchschritten und sind jetzt wirklich an einem Punkt der sich endlich mal sicher und wirklich zufrieden anfühlt und der was glücklich ist hat.

00:50:09: Ja das war ein schöner Cliffhanger für das nächste Mal weil das was ich zum Jahr wollen würde, es glaube ich im Januar gewesen.

00:50:21: Also direkt am Anfang?

00:50:22: Direkt am Anfang.

00:50:24: Ziemlich.

00:50:25: Ich wollte sagen ziemlich genau ein Jahr nach diesem Bein erfremmt gehen.

00:50:30: Ich hatte ja gerade gesagt so dieses Ereignis mit dem Bein erfremd gehen hat in mir auf jeden Fall eine Tür zum Mitgefühl zu mir selbst geöffnet.

00:50:43: Könntest du sagen was das hat dieses Eereignis?

00:50:46: Hat das dir Irgendwann war ich eingestellt?

00:50:50: Also nicht völlig konkret.

00:50:53: Ich glaube fast, das kam auch mit dem Ereignis von zwartausendzwölf.

00:50:59: Das kann gut sein.

00:51:02: Es hat eine Weile einfach gedauert.

00:51:06: So schnell dieser Riss wieder zu wuchs aber immer wenn ich dann noch mal daran gedacht habe, hat es echt weh getan.

00:51:13: also es gibt da schon eine Narbe.

00:51:15: Was hast

00:51:17: du ja immer

00:51:17: gesagt?

00:51:18: Und das ist auch wichtig, dass es diese Narbe gibt.

00:51:21: Die darf ja auch richtig da sein und die erinnert mich eben nicht nur irgendwie daran, dass das so weht hat, sondern eben auch das was wir dann durchgemacht haben und was uns Agarwege wirklich echt nahe gebracht hat.

00:51:39: also das ist in dieser Narbe auch drin aber deswegen ist es immer noch wieder lebendig.

00:51:48: Mir ist gerade bewusst geworden, warum, also ganz pragmatischer Themenwechsel war.

00:51:54: Warum ich beim Schneiden unserer Videos immer den Eindruck habe dass die Lordstark am Ende abnimmt?

00:52:00: Wir reden am Ende leiser.

00:52:02: Wahrscheinlich.

00:52:06: Aber gut das ist ein anderes Thema.

00:52:09: Ich würde sagen wir machen es für heute rund und ja, Cliffhanger haben wir gelegt für das Jahr.

00:52:18: Ja, danke sehr fürs Zuhören.

00:52:22: Wir freuen uns auf das nächste

00:52:23: Mal.

00:52:25: Bis dann!

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